Losone

Zusammengesetzt gallisch-keltisch Lo und son

Bedeutung: Geschützte Siedlung am See

Kommentar: Genau gleiche Herkunft wie Lausanne.

 

 

Lausanne

Zusammengesetzt gallisch-keltisch Lo (Lau-) und son (-sanne)

Bedeutung: Geschützte Siedlung am See

Kommentar: Klare konsistente Überlieferungslage. Lau- entspricht lautlich dem keltischen Lo-, -sanne hat sich aus keltisch son entwickelt.

Genau gleiche Herkunft wie Losone.

 

 

Birr

Ort in Irland und Ort in der Schweiz.

Von Gallisch und Altgaelisch bir.

Bedeutung des Namens: (Beim) Gewässer

Kommentar: Kommt auch in zusammengesetzten Namen wie Birrwil vor.

 

Boalp

Von gallisch-keltisch Bo.

Bedeutung des Namens: Kuhalp

Kommentar: Das so eine unbedeutende kleine Alp einen eindeutig keltischen Namen trägt zeigt folgendes: Auch Quartier-Flurnamen können keltisch sein, diese kleine Alp wurde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach der römischen Besetzung der Schweiz benannt, es wurde also auch nach Abzug der Römer zumindest in Teilen der Schweiz noch keltisch gesprochen! (Abzug der Römer um 400 n. Chr.)

 

Kamor

Zusammengesetzt aus Kam– und –or

Bedeutung des Namens: Gebogener Rand

Kommentar: Der Berg mit dem gebogenen Rand, der den fremdartigen Namen Kamor trägt. Der Name ist ganz offensichtlich nicht deutsch, so dass schon viel über ihn fantasiert wurde. In Wirklichkeit ist es ein ganz einfacher und reiner keltischer Doppelname.

 

Helvetier, Helvetien

Zusammengesetzt aus El und uet  und ti

Etruskische Überlieferung: eluveitie, dies entspricht klanglich der griechischen Überlieferung: Helvetier.
Das führende H- muss für die Deutung des ursprünglich keltischen Namens wieder entfernt werden, v entspricht u.

Bedeutung des Namens: Viele Hügelsiedlungen, viele Siedlungen

Kommentar: Die Helvetier waren offenbar ein reicher Stamm der in vielen Oppida lebte. Das Suffix -ti könnte ein Lokativ sein, das würde dann heissen: Die von den vielen Siedlungen.

 

Winterthur

Überlieferung

Gerade bei Winterthur haben wir einen klaren Unterschied zwischen der römischen Form Vitodurum und den nachrömischen, also deutschen Formen, deren älteste von 856 Wintarduro heisst. Bei allen deutschen Formen gibt es ein Win- am Anfang, während die römische Vit- war.

Sicher ist, dass beide einen keltischen Namen wiederspiegeln. Die Frage ist nun, ist die römische oder die deutsche Form näher am keltischen Original? Oder hat sich der keltische Name gar gewandelt?

Beiden gemeinsam ist das Suffix -dur, im gallischen Keltisch also -duro. Dies deutet darauf hin, dass die älteste deutsche Überlieferung durchaus sehr nahe am keltischen Original ist.

Da es Vit- als keltisches Wort gibt, wenn es auch fälschlicherweise als „Weidenpflanze“ übersetzt wurde, deuten wir einfach beide Varianten:

Römische Überlieferung: Vitudur-um (um ist die lateinische Endung)

Bedeutung des römisch überlieferten Namens: Ummauerte Hügelsiedlung

Kommentar: Es hat also demzufolge ein Oppidum wohl auf dem Lindberg überhalb des späteren galloromanischen Strassendorfs in Oberwinterthur gegeben.

Deutsche Überlieferung: Uin-ter-tur

Bedeutung des deutsch überlieferten Namens: Schöne geschützte Siedlung

Kommentar: Das -ter- könnte auch keltisch sein, oder aber eben einfach eine Anlehnung an deutsch „Winter“. Keltisch ter heisst Gebiet.

 

 

Aare

Vom gallischen aa und Re, Reg, Ri, Rig

Bedeutung des Namens: Königlicher Fluss

Kommentar: Offenbar ein sehr respektvoller Name für die Aare.

 

 

Rhein

Zusammengesetzt aus Ri– und –en

Bedeutung des Namens: der königliche Fluss

Kommentar: Die grossen Flüsse haben die Landschaft beherrscht, viele haben ähnliche Namen, die zugleich auch ihre allerhöchste Wertschätzung bei den Kelten ausdrücken.

 

 

Ftan

Zusammengesetzt aus Fe– und -tan

Bedeutung des Namens: Viehweide, Weide zu der wir im Sommer aufsteigen

Kommentar: Im Sommer wurde das Vieh oberhalb des Talgrunds geweidet. Früher hiess der Ort noch Fetan.

 

 

Basel

Zusammengesetzt aus Bas– und –el.

Bedeutung des Namens: Viele (Leute die) zuoberst (sind)

Kommentar: Offenbar war die kelt. Siedlung beim Basler Münster gemeint, die auf der Spitze eines Hügels liegt.

 

 

Bern

Hypothese 1: Zusammengesetzt aus keltisch Ber- und –en.

Bedeutung des Namens:  Der beste Ort am Fluss, die Besten am Wasser.

Hypothese 2: Von kelt. Bern, was „Spalt, Abbruch, Steilhang“ bedeutet.

Bedeutung des Namens:  (beim) Spalt, (beim) Steilhang.

Kommentar: Für Hypothese 1 spricht, dass wichtige Orte sehr häufig mit Bar-Ber = Das Beste, der beste Ort gebildet wurden, so Par-is und Ber-lin. Dagegen spricht, dass es keine überlieferte Form von Bern gibt, die das zweite -e- enthält, also Beren oder Beeren. Die Krux an der Überlieferung des Namens Bern ist, dass es keine frühmittelalterlichen Überlieferungen gibt, die älteste Überlieferung stammt aus dem Hochmittelalter, namentlich um 1200, das ist wesentlich später als bei vielen andern Orten. In dieser Zeit war die mögliche alte Form Beren längst von Bern abgelöst worden, schon wegen der Ähnlichkeit mit deutsch Bär.

Allerdings könnte die auf dem Zinktäfelchen von Bern erhaltene Form Brenodur von Beren her kommen. Dies wenn in keltischer Zeit das erste e weniger betont gewesen wäre, oder wenn der Schreiber aus einem andern Grund das erste e weggelassen hätte.

Für die Hypothese 2 spricht die Lage Berns – jedenfalls der zentralen Münsterplattform – über einem Steilhang zur Aare hin. Dagegen spricht allerdings, dass die Kelten ihre Orte kaum nach solchen geographischen Gegebenheiten benannten.

 

Zürich um 330 n. Chr.

Zürich

Überlieferung

Römisch-lateinisch: Turicum, eine frühe, vom Geogr. von Ravenna bezeugten Form: Ziurichi, die der heutigen Form auffallend ähnlich ist.
Frühmittelalterliche Überlieferungen nehmen  das lateinische T- von Turicum wieder auf, möglicherweise handelt es sich hier um eine Latinisierung durch die Schreiber, das heisst im Volk hiess die Stadt vielleicht schon damals Z-urih.

Überlieferte FormJahr (teils ca.)Sprachumfeld
Turicum0lat.
Ziurichi700
Doricum750ahd.
Torico800ahd.
Turigo807ahd.
Zurih820ahd.
Turicinę820ahd.
Turego820ahd.
Zurih820ahd.
Turigo821ahd.
Turegum853ahd.
Zurih857ahd.

Deutung

Tur-icum, latinisiert Form des keltischen Dur-ico. ‚Dur‘ ist in altkeltischen Ortsnamen sehr häufig und bedeutet „ummauerte Siedlung“. Die Endung -ico bedeutet „die … ist“.

Ob es Zufall ist, dass ab 850 zwei drei mal Turegum überliefert ist? Es scheint, dass die Gleichheit von Rex, Regis (lat. König) und Rig- (kelt. König) noch recht lange bekannt war. Den gleichen Fall finden wir beim Rigi, der als Montus Regum überliefert ist.

Ortsnamenbestandteile: Dur, Dor

Bedeutung des Namens: Beschützte Siedlung.