Die keltische Kultur

Kelten im 3. Jh. v. Chr.

Kelten mit einzelnen Stammesnamen (in Latein) im 3. Jh. v. Chr.

Wer waren die Kelten?

Um 800 v. Chr. tauchen sie plötzlich auf, die Kelten, und mit ihnen zwei bahnbrechende kulturelle Neuerungen: Die Kunst der Eisenverarbeitung und ihre Sprache, das Keltische.

Dazu kam der Fernhandel, zum Beispiel mit den Rohstoffen für das Eisen, die von den Abbauorten aus weit transportiert werden mussten, aber auch mit Salz und vielen andern Produkten.

Vorher wurde schon Metall verarbeitet, die Bronze, ein Metall, dass noch wesentlich weicher war als Eisen. Welche Sprache man in dieser sogenannten Bronzezeit gesprochen hat, weiss man nicht.

Von einem Gebiet in Zentraleuropa aus, etwa im Bereich des heutigen Süddeutschland-Westösterreich und der Schweiz liegend, haben sich die Kelten und die keltische Kultur über grosse Teile Europas, von Spanien bis in die Ukraine und östlich bis nach Zentralanatolien ausgebreitet.

Gerade die neueste Forschung von John T. Koch hat ergeben, dass sich die keltische Kultur dem Atlantik entlang ausgebreitet hat. Da in der Antike das Meer und die Flüsse die wichtigsten Verkehrs- und Handelswege waren, haben sich ganz logisch die Kelten entlang derselben ausgebreitet.

Meine Forschungen deuten darauf hin, dass sie bis in den hohen Norden und nach Russland hinein Handelsniederlassungen begründet haben. Es ist zudem klar, dass die Kelten und die Phoenizier (des östlichen Mittelmeers) in enger Beziehung standen.1)Vgl. etwa Celtic from the Southwest at the Dawn of History detailing how the Tartessian language may have been the earliest directly arrested Celtic language with the Tartessian written script used in the inscriptions based on a version of a Phoenician script in use around 825 BC, in Koch, John (2009): Tartessian: Celtic from the Southwest at the Dawn of History in Acta Palaeohispanica X Palaeohispanica 9

Insofern müssen wir die Karte der Ströme Europas mit dem oben gezeigten bekannten Keltengebiet kombinieren.

Ströme Europas

Sowohl den Meeresküsten entlang, wie auf den Strömen Europas sind die Kelten gefahren, um zu handeln und um Siedlungen zu gründen.

Anmerkungen   [ + ]

1. Vgl. etwa Celtic from the Southwest at the Dawn of History detailing how the Tartessian language may have been the earliest directly arrested Celtic language with the Tartessian written script used in the inscriptions based on a version of a Phoenician script in use around 825 BC, in Koch, John (2009): Tartessian: Celtic from the Southwest at the Dawn of History in Acta Palaeohispanica X Palaeohispanica 9

Die Zweige der keltischen Sprache

Die Zweige der keltischen Sprache

Über die keltische Sprache wissen wir genauestens Bescheid, und zwar nicht nur, weil sie bis heute noch von einigen wenigen Leuten gesprochen wird, sondern vor allem auch, weil sich viele, teils sehr alte Aufzeichnungen erhalten haben.

Es gibt heute noch zwei Gruppen von keltischen Sprachen: Das Gaelische, welches in Irland und Schottland gesprochen wurde und noch wird, und das Kymrische-Bretonische, welches in der Bretagne und in Wales (England) gesprochen wird.

Die gaelische Gruppe wird auch Goidelisch oder Q-Keltisch genannt, während die Kymrisch-Bretonische auch Britannisch-Brythonisch oder P-Keltisch genannt wird.

Auf dem Kontinent wurden Keltiberisch (P-Keltisch, im Teilen des heutigen Spanien) sowie die Q-Keltischen Sprachen: Lepontisch, Norisch, Gallatisch und die für die Ortsnamendeutung nördlich der Alpen bestimmende Sprache: das Gallische. Diese Sprachen sind heute ausgestorben.

Grundlegende neue Thesen über die zwei keltischen Sprachgruppen Q‑Keltisch (schottisches und irisches Gälisch) und P‑Keltisch (Walisisch und Bretonisch).

  1. Bis ins vierte Jahrhundert AD wurde in Grossbritannien und Irland sowie in der Bretagne wenn keltisch, dann nur Q-Keltisch gesprochen.
  2. Erst im 4. und 5. Jahrhundert sind die P-Kelten sowohl in die Bretagne wie nach England eingewandert.
  3. Die Bretonen sind nicht von England in die Bretagne eingewandert. Wahrscheinlicher erscheint eine Einwanderung von P-Kelten in umgekehrter Richtung: erst in die Bretagne und weiter auf die britischen Inseln – oder eine gleichzeitige unabhängige Einwanderung in die Bretagne und nach England.
  4. Das schottische und irische Gälisch stammen direkt vom britischen Q-Keltisch ab. Das schottische Gälisch kommt also nicht aus Irland.

Woher die P-Kelten gekommen sind, weiss ich vorläufig nicht. Eine Einwanderung aus südlicher Richtung ist naheliegend.
Hinweis auf die Richtigkeit der vier Thesen ist die Feststellung, dass meines Wissens vor dem 4. Jahrhundert in Grossbritannien keine P-Keltischen Merkmale dokumentiert sind.

  • Die keltischen Elemente der in Celtic personal names of Roman Britain (CPNRB) gesammelten Namen enthalten keine P-Keltischen Merkmale.

Beispiel: Name Senorix, element 1: seno- 'alt' scheint korrekt, während eine Ableitung von walisisch 'sen' Beleidigung nicht plausibel ist. (aus dem 4. Jh.)

Die keltischen, vor dem 4. Jahrhundert entstandenen Ortsnamen in England und der Bretagne, enthalten keine P-Keltischen Merkmale.

Beispiel: Ortsname London:
Element 1: Lon- von lonn 1 'stark' und Element 2: -don von dún 'Festung' ist plausibler als versuchte Herleitungen aus dem Kymrischen.

In english:

Basic new theses on the two Celtic language groups Q Celtic (Scottish and Irish Gaelic) and P- Celtic (Welsh and Breton).

  1. Until the fourth century AD in Great Britain, Ireland and Brittany in Celtic there existed only Q-Celtic.
  2. The P-Celts immigrated in the 4th and 5th century, both into Brittany and into England.
  3. The Bretons did not migrate from England to Brittany. More likely appears a migration of P-Celts in the opposite direction: first into Brittany and then further on to the British Isles - or simultaneous independent immigration into Brittany and England.
  4. The Scottish and Irish Gaelic stems directly from the British Q-Celtic. So the Scottish Gaelic does not come from Ireland.

I dont know, where the P-Celts originated, but an immigration from south seems likely.

Indications, that this four theses are correct is the assessment, that to my knowledge, before the 4. Century AD there is no record of P-Celtic features in Great Britain.

The celtic elements of the Celtic personal names of Roman Britain (CPNRB- collection) lack P-Celtic features.

Example: Name Senorix, element 1: seno- 'old', seems correct, the derivation from welsh sen 'insult' is unlikely.

  • Celtic place names of Britain and Brittany which originate before the 4th century lack P-Celtic features. (4th Century AD)

Example: Place name London:
Element 1: Lon of lonn 1 'strong' and element 2 -don of dún 'fortress' is more plausible than possible derivations from the Welsh found in the literature.