Winterthur

Überlieferung

Gerade bei Winterthur haben wir einen klaren Unterschied zwischen der römischen Form Vitodurum und den nachrömischen, also deutschen Formen, deren älteste von 856 Wintarduro heisst. Bei allen deutschen Formen gibt es ein Win- am Anfang, während die römische Vit- war.

Sicher ist, dass beide einen keltischen Namen wiederspiegeln. Die Frage ist nun, ist die römische oder die deutsche Form näher am keltischen Original? Oder hat sich der keltische Name gar gewandelt?

Beiden gemeinsam ist das Suffix -dur, im gallischen Keltisch also -duro. Dies deutet darauf hin, dass die älteste deutsche Überlieferung durchaus sehr nahe am keltischen Original ist.

Da es Vit- als keltisches Wort gibt, wenn es auch fälschlicherweise als „Weidenpflanze“ übersetzt wurde, deuten wir einfach beide Varianten:

Römische Überlieferung: Vitudur-um (um ist die lateinische Endung)

Bedeutung des römisch überlieferten Namens: Ummauerte Hügelsiedlung

Kommentar: Es hat also demzufolge ein Oppidum wohl auf dem Lindberg überhalb des späteren galloromanischen Strassendorfs in Oberwinterthur gegeben.

Deutsche Überlieferung: Uin-ter-tur

Bedeutung des deutsch überlieferten Namens: Schöne geschützte Siedlung

Kommentar: Das -ter- könnte auch keltisch sein, oder aber eben einfach eine Anlehnung an deutsch „Winter“. Keltisch ter heisst Gebiet.

 

 

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